Buchvorstellung mit Heinrich Rüthing
Ein Blick in die Geschichte
Der Historiker Heinrich Rüthing, langjähriges Beiratsmitglied des Altertumsvereins, hat in Paderborn sein neuestes Buchprojekt vorgestellt.

Freude über ein gelungenes Projekt: Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen (ehemaliger Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. em. Heinrich Rüthing und Dr. Burkhard Beyer, Geschäftsführer der Historischen Kommission für Westfalen.(von links)

Zu diesem Werk:
„Dieses Buch verdient es, gelesen und erneut gelesen zu werden.“ Als ein unbekannter Böddeker Chorherr im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts die „Chronica monasterii beati Meynulphi in Bodeken“ des Johannes Probus († 1457) abschrieb, stellte er dem Text werbend dieses Motto voran. Die Empfehlung des Kopisten galt in erster Linie seinen Mitbrüdern, sich das regeltreue, harte Leben der Gründerväter wieder zum Vorbild zu nehmen. Doch der Rat, die Chronik mit Eifer zu lesen, gilt auch heute noch, jedenfalls für Historiker. Denn die Chronik Böddekens, das sich im 15. Jahrhundert zu einem der größten und einflussreichsten Konvente in Deutschland entwickelte, gewährt so umfassende und facettenreiche Einblicke in alle äußeren und inneren Geschicke eines westfälischen Klosters, wie sie keine andere Darstellung der Zeit zu bieten vermag. Darüber hinaus findet sich in dem Werk des Johannes Probus viel Neues zur Geschichte des von Fehden, Raub, Brandstiftung und allgemeiner Rechtsunsicherheit geprägten Lebens im Paderborner Land.

Über den Herausgeber:
Heinrich Rüthing, geboren 1937 in Paderborn, aufgewachsen in Lichtenau, studierte Geschichtswissenschaft, Philosophie und Germanistik in Münster und Erlangen. Von 1972 bis 2002 lehrte er mittelalterliche Geschichte und westfälische Landesgeschichte an der Universität Bielefeld. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Stadt- und Klostergeschichte Ostwestfalens in Mittelalter und Früher Neuzeit. Mit vielen Vorträgen und Exkursionen hat Rüthing eine ganze Geschichtslandschaft erschlossen. Er trägt historische Forschung in die Region und vermittelt sie mit einer eindrucksvollen Rhetorik. Ihm gelingt es, vergangene Zeiten lebendig werden zu lassen. Für sein ehrenamtliches Engagement hinsichtlich der westfälischen Landesgeschichte wurde er 2012 mit dem LWL-Kulturförderpreis ausgezeichnet. In seiner Laudatio hob Prof. Werner Freitag hervor: "Seine Publikationen, Vorträge, Führungen und Exkursionen kommen an, er spürt das Interesse der Menschen, er spürt das Feedback hier in der Region. Seine Art der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse fasziniert." Nach der »Chronik Bruder Göbels erschließt Heinrich Rüthing nun mit den Aufzeichnungen des Johannes Probus einen weiteren zentralen Text zur Geschichte des monastischen Westfalens und des Hochstifts Paderborns. Sie können also sehr gespannt sein!!!

Bibliographische Angaben:
Johannes Probus. Cronica monasterii beati Meynulphi in Bodeken. Aufzeichnungen aus dem Kloster Böddeken 1409 bis 1457. Herausgegeben und übersetzt von Heinrich Rüthing (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 36), ISBN 978-3-7395-1036-1, Gebunden. 17x 24 cm. 504 Seiten, 14 farbige Abbildungen und 2 Karten. 39,00 € Einführungspreis bis zum 31.10.2016; 49,00 € Ladenpreis ab dem 01.11.2016.