Codices 1-180

Der Bestand Codices 1-180 des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn, ist bereits 1899, aus Anlass des 75-jährigen Vereinsjubiläums, von Bernhard Stolte (1848-1927, Vereinsarchivar seit 1886) verzeichnet worden, jedoch in weiter Hinsicht eher kursorisch. Da Stolte den Aufbau der überwiegend aus mehreren Teilen zusammengesetzten Codices und Acta kaum berücksichtigte, nur willkürlich ausgewählte Namen und Betreffe nannte und vielfach keine Blatt- oder Seitenzahlen angab, hat sein Verzeichnis über weite Strecken den Charakter eines als Findmittel nur eingeschränkt brauchbaren Registers. Eine wirklichkeitsnahe Vorstellung von den beschriebenen Archivalien ist aus dem Werk Stoltes kaum zu gewinnen.

Dieser nicht mehr zeitgemäße Stand hat den Verein in den Jahren 1999-2003 bewogen, die Codices (Cod.) 1-180 und Akten I (Acta) 1-184 neuzuverzeichnen. Marcus Weidner verzeichnete von Februar 1999 bis Anfang März 2000 den Acta-Bestand, nach dessen Ausscheiden übernahm Ralf Klötzer die Bearbeitung der Codices und später auch die Redaktion. Beide Teilmanuskripte wurden im Herbst 2001 abgeschlossen, Anfang 2003 erschien das Findmittel in der Reihe "Inventare der nichtstaatlichen Archive".

Ziel der Neuverzeichnung war es insbesondere, einen direkten Weg zu den Quellen zu weisen, geboten waren deshalb v.a. durchgängig präzise Titelbildungen sowie Blatt- und Seitenangaben.

Bestandsbezeichnungen ("Codices", "Acta") und Nummerierung wurden beibehalten, da diese seit langem eingeführt sind. Das vorliegende Findbuch ordnet in sachlicher Gliederung neu, was durch die von Stolte zum Teil aufgrund nur äußerlicher Merkmale vorgenommene Trennung in Codices (bereits gebundenes oder überwiegend gleichförmiges Material) und Acta (ungebunden überliefertes und ungleichförmiges Material) sowie durch die von ihm festgelegte Nummerierung bisher ohne Zusammenhang war.

Die Codices umfassen also vor allem Handschriften als original großenteils in festen Deckeln gebundene Bücher, aber auch Akten und Manuskripte, denen durch Initiative von Stolte die heutige Buchform gegeben worden ist. Demgegenüber enthalten die Acta vor allem solches Material, das aus primären und sekundären Quellen nach Themenfeldern zusammengestellt und gleichförmig in festen Deckeln im Folioformat gebunden ist. Die meist aus kleinen Splittern und nur selten aus gewachsenen Archiveinheiten bestehenden Acta sind grundsätzlich nach dem Prinzip der Einzelblattverzeichnung beschrieben. Die vorgefundenen Ordnungs- und Archivsignaturen wurden mit aufgenommen, um gegebenenfalls die Zuordnung entfremdeten Archivgutes zu ermöglichen. Da durch die von Stolte nach inhaltlichen Gesichtspunkten vorgenommene, gelegentlich auch fehlerhafte Zusammenstellung weithin Überlieferungskontexte zerstört wurden, die Reihenfolge der Acta jedoch durch die Bindung festliegt, sollte durch die Neuverzeichnung darüber hinaus versucht werden, inhaltliche und chronologische Zusammenhänge zu rekonstruieren und in der Verzeichnung wiederherzustellen.

Die Publikation ist im Rahmen einer Kooperation mit dem Internet-Portal "Westfälische Geschichte" online verfügbar.