Satzungen - Ausführende Bestimmungen zu den Statuten / 9. November 1909 [ungültig]

Ausführende Bestimmungen
zu den Statuten nach den
Beschlüssen der Generalversammlung
vom 9. November 1909

  • § 1. Der geschäftsführende Vorstand des Vereins besteht aus 1 Direktor, 2 Bibliothekaren, 2 Archivaren, 2 Konservatoren des Museums, 1 Münzwart, 2 Referenten für Prähistorie, 1 Sekretär und 1 Rendanten. Außerdem kann die Generalversammlung andere Vereinsmitglieder mit gleichen Stimmrechte in den Vorstand wählen. Beschlußfähig ist der Vorstand bei Anwesenheit der Hälfte seiner geschäftsführenden Mitglieder. Er beschließt mit Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit entscheidet der Direktor.

  • § 2. Der Vorstand wird von der Generalversammlung nach Anhörung des alten Vorstandes in geheimer Wahl auf 6 Jahre neu gewählt.

  • § 3. Die Vorstandsämter sind Ehrenämter und werden als solche unentgeltlich verwaltet; die baren Auslagen werden aus der Kasse vergütet. Die Übernahme eines Amtes verpflichtet zu der satzungsgemäßen Dienstleistung. Der Vorstand kann nach Bedürfnis bezahlte Hülfskräfte hinzuziehen.

  • § 4. Regelmäßig im Laufe jedes Monats findet eine Zusammenkunft des Vorstandes statt, um, auch wenn besondere Vereinsangelegenheiten nicht zu beraten sind, den Mitgliedern Gelegenheit zu geben zum gegenseitigen Gedankenaustausch über Angelegenheiten und Bestrebungen, die in der Richtung des Vereinszweckes liegen. Über jede Zusammenkunft führt der Vereinssekretär ein kurzes Protokoll.

  • § 5. In der Sitzung des Monats November hat der Rendant die Rechnung des abgelaufenen Jahres und den Voranschlag für das kommende Jahr vorzulegen. Beide werden einem Vorstandsmitgliede zur Prüfung überwiesen und in der folgenden Sitzung dechargiert bzw. genehmigt.

  • § 6. Sämtliche im Voranschlag nicht aufgestellte Ausgaben des Vereins unterliegen jedes Mal der vorherigen Genehmigung des Vorstandes. Sollte eine Ausgabe augenblicklich dringend erscheinen, so hat der Direktor womöglich wenigstens schriftliche vorher die Ansicht der Vorstandsmitglieder zu erkunden, jedenfalls aber die Ausgabe in der nächsten Vorstandsitzung zur Genehmigung vorzulegen.

  • § 7. Die Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Westfalens wird in ihrer einen Hälfte von dem Direktor der Abteilung Paderborn herausgegeben. Der Sekretär hat in derselben einen jährlichen Bericht über Bestand und Tätigkeit der Abteilung zu veröffentlichen. Die fachwissenschaftlichen Aufsätze für die Zeitschrift werden in der Regel nur aufgenommen, wenn sie von Mitgliedern des Vereins verfaßt sind. Dieselben sind zunächst an den Direktor zur vorläufigen Prüfung einzugeben. Der Direktor ist gehalten, bei jeder Vorstandsitzung die ihm inzwischen zugekommenen Aufsätze nebst seinen Vorschlägen vorzulegen. Jedes Vorstandsmitglied kann dieselben näher einsehen, und der Direktor ist befugt, sie nach Befinden einem der Vorstandsmitglieder zur Prüfung und demnächstigen Berichterstattung zu überweisen. Danach erst berät und entscheidet der Vorstand darüber, ob jeder einzelne Aufsatz für die Aufnahme in die Zeitschrift geeignet erscheine oder nicht. - Die Verfasser der Aufsätze haben Anspruch auf eine Vergütung von 15 Mark für den Bogen oder auf 200 Sonderabzüge ihrer Arbeit.

  • § 8. Die Abteilung hält zu Paderborn in den Wintermonaten von November bis März einschließlich in der Regel jeden Monat Versammlungen ab, zu denen alle Mitglieder öffentlich eingeladen werden und in welche Nichtmitglieder eingeführt werden können. In diesen Versammlungen werden wissenschaftliche Vorträge gehalten über Gegenstände, die innerhalb der Zwecke der Vereinstätigkeit liegen. - Außerdem findet der Regel nach mindestens in jedem zweiten Jahre an einem andern Orte des Vereinsbezirks eine Generalversammlung statt.

  • § 9. Es soll jährlich, in der Regel in den Pfingstferien, abwechselnd in Münster und Paderborn, behufs gemeinschaftliche Beratung und Beschlußfassung bezüglich wichtiger Vereinsangelegenheiten eine Sitzung stattfinden, woran die beiden Direktoren und Sekretäre sowie je ein dazu abgeordnetes Mitglied der beiden Abteilungen des Vereins teilnehmen. Vier Wochen vor dieser Sitzung haben die beiden Abteilungen sich gegenseitig ihre Tagesordnung mitzuteilen.

  • § 10. Neuaufzunehmende Mitglieder werden in einer Vorstandssitzung angemeldet und dann, wenn nicht Abstimmung verlangt wird, aufgenommen, sofern kein Widerspruch erfolgt. Sie erhalten eine vom Direktor und Sekretär zu unterzeichnendes Diplom, zahlen jährlich einen Beitrag von 6 Mark und sind dadurch berechtigt zum unentgeltlichen Empfange der Vereinszeitschrift und der Zeitschrift Westfalen, zur Erwerbung des westfälischen Urkundenbuches für ermäßigten Kaufpreis und zur Benutzung der Bibliothek und der Sammlungen des Vereins, wobei sie sich nach den für dieses Sammlungen aufgestellten Satzungen zu richten haben. Etwaige Portokosten trägt der Verein nicht.

  • § 11. Durch den Anschluß des Vereins an den Westfälischen Provinzialverein für Kunst und Wissenschaft d. d. 6. Dezember 1872 ist an der Selbständigkeit und den Rechten des Vereins und seiner Mitglieder nicht geändert, und die bisherige Verfassung und Tätigkeit desselben wird durch diese Verbindung in keiner Weise berührt.


(Aus: WZ 68, 1910, II, S. 313-315)