1000 Jahre Koster Abdiinghof

Informationen zum Jubiäumsjahr

Hierher blickten Päpste und Kaiser, Könige und Adlige. Der Abdinghof in Paderborn prägte 1000 Jahre lang die Geschichte Paderborns und gestaltete damit auch einen wichtigen Teil der westfälischen Chronik mit. Seit 1803 hat die ev. Kirchengemeinde das klösterliche Erbe angetreten. Am 14. Februar, dem Tag der Gründung des Klosters, beginnt das Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen und einer Ausstellung.

(v.l) Michael Pavilic, Dr. Martin Kroker, Michael Hoffmann, Dr. Eckhard Düker, Dr. Andreas Neuwöhner, Prof. Hermann-Josef Schmalor, Dr. Roland Linde präsentieren im Schatten der Abdinghofkirche Exponate für die bevorstehende Ausstellung und das Programm für die Veranstaltungen und die Tagung zum 1000-jährigen des Klosters. Foto: LWL/Burgemeister

Paderborn hatte bereits eine stürmische Geschichte hinter sich und eine wichtige Stellung im heutigen Deutschland, als Bischof Meinwerk am 14. Februar 1016 eine erste Kapelle dem heiligen Benedikt weihte. Die Stadt war von einem verheerenden Brand im Jahr 1000 in Trümmer gelegt worden, darunter auch ein Vorgängerbau des heutigen Doms. Hier hatte die Krönung von Königin Kunigunde stattgefunden, und alle Augen richteten sich auf die Stadt im heutigen Westfalen. 1009 begannen die Bauarbeiten für einen neuen Dom, 1011 wurde Paderborn zum Bistum erhoben. Mit dem neuen Kloster wuchs die ohnehin bereits große geistliche wie weltliche Bedeutung des Ortes, wofür Kaiser Karl der Große knapp 200 Jahre zuvor mit seiner Pfalz die Grundlage geschaffen hatte. Grundbesitz und Reichtümer, geistliche wie weltliche Rechte, Zuwendungen und Anerkennungen machten das Kloster Abdinghof zu einem der wichtigsten in Westfalen. Wo heute die Ev. Abdinghofkirche steht, hat vor 1000 Jahren alles begonnen. Hier fällt auch der Startschuss für einen ebenso bunten wie vielseitigen Reigen an Jubiläumsveranstaltungen, der 2016 das ganze Jahr über nicht nur die Paderborner, sondern auch alle Westfalen zur Teilnahme einlädt.

Wissenschaftliche Tagung bereitet Jubiläumsband vor

Am 18. und 19. Februar ist das Paul-Gerhardt-Haus Schauplatz einer wissenschaftlichen Tagung, die alle Forscher von Rang und Namen vereint. Rund 50 Gäste werden zu den 8 Vorträgen erwartet, die sich nicht nur mit dem Kloster Abdinghof, sondern auch mit der Epoche seiner Entstehung beschäftigt

Sonderausstellung
Ein Höhepunkt des Jubiläums wird die Sonderausstellung über die 1000 Jahre sein, die das Kloster Abdinghof und die ev. Kirchengemeinde, die Stadt und Westfalen geprägt haben. "Wir konnten viele wichtige archäologische Artefakte, seltene Handschriften, sakrale Kunstwerke, Gemälde und Fotografien zusammentragen, um die wechselvolle Geschichte des Klosters vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu präsentieren", schildert Dr. Martin Kroker als Leiter des Museums in der Kaiserpfalz, getragen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Wie lebten die Benediktinermönche damals, welche Spuren hat das Kloster hinterlassen? Die Ausstellung hält vom 3. Juli bis zum 23. Oktober Einblicke in die Klosterkultur und Kirchengeschichte bereit, wenn mittelalterliche Brände wieder aufflammen, Umbauten stattfinden, das Kloster beeindruckende Schenkungen erhält, die Bibliothek Schätze in sich aufnimmt, die Reformation ihre Spuren hinterlässt, die Preußen das Kloster in eine Kaserne verwandeln, die Kirche prächtig ausgemalt und anschließend im 2. Weltkrieg zerstört wird.

(Text in Auszügen und Foto LWL)