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Ritteradel Drucken
Dienstag, 17. Februar 2009, 19:30 - 21:00 Aufrufe : 2420
„… 16 vhralte adeliche volbürtige annichen vnd wapffen …“ Selbstverständnis und Selbstbehauptung des Ritteradels im Süden und Osten Westfalens zwischen Westfälischem Frieden und Säkularisation

Am 17. Februar 2009 spricht Andreas Müller (Werl) beim Altertumsverein Paderborn um 19.30 Uhr an der Theologischen Fakultät Paderborn (Kamp 6, Hörsaal 2) über die wechselvolle Geschichte des lokalen „ritterbürtigen“ Adels im Fürstbistum Paderborn und im kurkölnischen Herzogtum Westfalen.

Adelige bekleideten bis zur Säkularisation in den geistlichen Staaten die höchsten weltlichen wie geistlichen Ämter. Sie beherrschten damit auch die Landtage, auf denen über zentrale Themen des Landes verhandelt wurde. Die adligen Familien lebten auf ihren Landsitzen von den Erträgen der Grundherrschaft und ihrer höfischen, kirchlichen oder administrativen Positionen. Zentrales Zugehörigkeitsmerkmal war die sogenannte „Ritterbürtigkeit“ oder „Stiftsfähigkeit“, die durch eine Ahnenprobe ermittelt und durch die „Aufschwörung“ bestätigt werden musste.

Mit Dompräbenden  und Kanonikaten in den adeligen Stiften versorgte der Adel alle Angehörigen, die nicht direkt mit den Gütern der Familie ausgestattet werden konnten. Die nachgeborenen Söhne traten deshalb in die Domkapitel und Stiftskapitel ein, die ein auskömmliches und bequemes Leben erlaubten und außerdem einträglich für das Familienvermögen waren. Oft ohne höhere kirchliche Weihen konnten sie im Ernstfall auch den Fortbestand der Familie sichern und ihre geistlichen Funktionen für den Ehestand aufgeben. Der westfälische Ritteradel war eine exklusive Gruppe: Daher blieben strenge Ahnenproben für die Teilnahme an Herrschaft und den Zugang zu den Spitzenpositionen in Staat, Kirche, Militär und Verwaltung unumgänglich. Durch eine komplexe Familienpolitik sowie enge verwandtschaftliche Verflechtungen entwickelte sich der Adel über die Territorialgrenzen hinaus zu einer einheitlichen Herrschaftsschicht. Im Mittelpunkt des Vortrags von Andreas Müller, der die Ergebnisse seiner Dissertation vorstellt, steht zum einen die Frage, was Ahnenproben in der Praxis frühneuzeitlicher landständischer Ritterschaften bedeuteten und welche Probleme sich hierbei ergaben. Zum anderen ist an ausgewählten Beispielen zu zeigen, wie eng sich die Verbindungen unter dem Ritteradel der beiden genannten Territorien gestalteten.

Ort: Theologische Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2

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