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Tagesfahrt: Mittelalterliche Dorfkirchen im Umfeld Soests Drucken
Samstag, 1. April 2017, 08:00 - 19:00 Aufrufe : 596

Leitung: Studiendirektor a. D. Klaus Hohmann

Die Exkursion erfasst den kulturellen Raum unmittelbar im Süden der Lippstädter Region, in den die kunsthistorische Exkursion im November 2014 geführt hat. Die Dorfkirchen im Umfeld Soests gehörten großenteils zum Soester Territorium, das der Hansestadt für eine lange Zeit eine weitgehend eigenständige Position verschafft hatte. Entsprechend eng sind die Verbindungen der Dorfkirchen zum Soester Kirchenbau, dem sich der Altertumsverein im März dieses Jahres im Rahmen des ganztägigen Stadtrundgangs gewidmet hat. Im Besonderen gilt das für mehrere Kirchen, die von der "Hohnekirche" Maria zur Höhe die querrechteckige Halle übernommen haben, und für die Übernahme von Blendbögen an den Außenfassaden. Die enge Verbindung zeigt sich auch in der Übernahme von Ausstattungsobjekten aus Soester Kirchen. So erschließt die Fahrt einen in manchem kulturell geschlossenen Börderaum, den zudem die landschaftstypische Verwendung des grünen Sandsteins prägt. Anschaulich tritt auch der konfliktreiche Umgang mit diesem witterungsanfälligen Sandstein vor Augen, der zu ganz unterschiedlichen Lösungen geführt hat. Vergleichbare Probleme bestehen auch in der Paderborner Region beim Kalkstein. Der Soester Raum ist seit der Reformation auch konfessionell einheitlich lutherisch geprägt. Das unterscheidet ihn vom nördlichen Nachbargebiet, das von territorialer und konfessioneller Vielfalt bestimmt war. Anders als im Lippstädter Gebiet geht nur eine der Pfarrkirchen auf eine klösterliche Tradition zurück.

Die ersten vier Besichtigungen gelten Kirchen in der heutigen politischen Gemeinde Bad Sassendorf. St. Pantaleon in Lohne ist eine zweijochige spätromanische Halle des 13. Jahrhunderts mit älterem Westturm des 12. Jahrhunderts. Die Halle mit einer Ausstattung des 16. bis 18. Jahrhunderts orientiert sich an der Hohnekirche. St. Simon und Thaddäus in Bad Sassendorf ist auch eine Hallenkirche in der Nachfolge der Hohnekirche. Der seit etwa 1420 errichtete spätgotische Bau entstand an der Stelle einer älteren Kapelle. Im Chor bestehen Wandmalereien des 15. Jahrhunderts. Aus der Kapelle stammt vermutlich das Taufbecken des 14. Jahrhunderts. Die übrige Ausstattung geht auf das 17. bis frühe 19. Jahrhundert zurück.

St. Urban in Weslarn ist eine weitere Hallenkirche nach dem Vorbild der Hohnekirche. Die spätromanische Kirche entstand in mehreren Phasen im 13. Jahrhundert. Die etwa zur Hälfte erhaltene Gewölbeausmalung aus der Erbauungszeit ist ebenfalls von der Hohnekirche abhängig. Weitere Reste der Ausmalung finden sich in nördlicher Apsis und Sakristei, einer früheren Kapelle. Aus dem Mittelalter stammt auch das spätgotische Sakramentshäuschen. Im Übrigen entstand die Ausstattung im 17. und 18. Jahrhundert.

Auf die neogotische katholische Pfarrkirche St. Christophorus in Ostinghausen wird nur ein kurzer Blick geworfen, und zwar auf den romanischen Turm des 12. Jahrhunderts. Mit der katholischen Kirche St. Stephanus im benachbarten Oestinghausen, das zur jungen Gemeinde Lippetal gehört, berührt die Exkursion noch einmal das lippische Gebiet. Die romanische Saalkirche mit reicher Wandgliederung entstand in mehreren Phasen des 11. und 12. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert folgten die Erhöhung und Einwölbung des Langhauses sowie die Erweiterung um ein Querhaus und quadratischen Chor. Die Sakristei entstand frühestens im 13. Jahrhundert. 1715 wurde der Turm erhöht und mit einer geschwungenen Haube versehen. Die Ausstattung stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Die romanische Saalkirche St. Albanus und St. Cyriacus entstand vor 1150, im 12. Jahrhundert auch der bestehende Turm. Um 1240 wurde die Kirche in das neue Zisterzienserinnenkloster inkorporiert, das sich ─ seit 1328 unter Soest er Herrschaft ─ der dortigen Reformation widersetzte und erst 1809 aufgehoben wurde. Die Kirche diente seit 1649 simultan der der evangelischen und katholischen Gemeinde. Das Längsschiff wurde im 13. Jahrhundert durch ein etwa breiteres ersetzt. Im 14./15. Jahrhundert folgten Einwölbung und Einbau größerer gotischer Fenster. 1697 verband sich die vollständige Erneuerung von Südwand und Turm mit der Beseitigung der Gewölbe und mit rundbogigen Fensterabschlüssen. Aus der Erbauungszeit stammt ein Taufstein, die anderen Objekte entstanden im 17. und 18. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche in Welver - Borgeln ist eine zweijochige, z. T. noch romanische Basilika mit Querhaus mit mehrhundertjähriger Baugeschichte. Der Turm mit Dreifach Blendbögen in Soester Tradition von etwa 1100 wurde mit der kleinen Basilika verbunden, deren Ostabschluss nicht dokumentiert ist. 1714 wurden die Außenmauern der Seitenschiffe beseitigt und in der Flucht des Querhauswände neu errichtet. Östliches Joch und Querhaus wurden zu einem Saal zusammengezogen, so dass ein eigentümlicher romanisch – barocker Raumeindruck entstand. Den Raumeindruck bestimmen auch barocke Emporen. Aus der Erbauungszeit haben die Rankenmalereien des Westjochs bestand. Die Kanzel ist barock. Der Turm steht seit einigen Jahren exemplarisch für eine hervorragende steinsichtige Restaurierung.

St. Andreas in Soest - Ostönnen ist die bedeutendste der Kirchen und steht am Anfang der heftigen Kontroversen um die Verputzung der grünen Sandsteinkirchen, die seit dem 18./19. Jahrhundert steinsichtig geworden und in dieser Erscheinung regional prägend geworden waren. Wegen rasch nach einer ersten Grundsanierung auftretender neuer Bauschäden wurde die Kirche 1978/79 verputzt. Zur zweijochigen Gewölbebasilika mit Chorquadrat und eingezogener Apsis aus dem 3. Viertel des 12. Jahrhunderts tritt der im unteren Teil vom Vorgängerbau stammende fünfgeschossige Turm hinzu. Die Kirche kommt in der Qualität des Bauwerks den Soester Kirchen gleich und gilt eine der am besten erhaltenen westfälischen Dorfkirchen aus der Romanik. Das gemalte Dekorationssystem des 12. Jahrhunderts steht in Verbindung mit Petrikirche und Nikolaikapelle in Soest. Dazu treten figürliche Materien des 12. und 13. Jahrhunderts und der bauzeitliche Taufstein. Der Prospekt der aus St. 11 Thomae in Soest translozierten Orgel enthält spätgotische Fragmente.

St. Matthias in Soest - Meiningsen entstand als 1107 geweihte romanische Pfeilerbasilika. Der Obergaden wurde um 1500 erneuert und ist seitdem hinter Schleppdächern der Seitenschiffe nicht mehr sichtbar. Der Turm wurde 1809 auf den alten Fundamenten erneuert. Die Erneuerung einiger Chorpartien 1824/25 war mit dem Abbruch des Südschiffs verbunden. Die Gemeinde setzte 1981/82 gegen den Willen des Denkmalamtes den Wiederaufbau durch. Auf der romanischen Altarmensa von 1178 steht ein Retabel mit reformatorischer Programmantik von 1643.Der Taufstein wird in das 15. Jahrhundert datiert.

Die letzte Besichtigung führt nochmals in das Sassendorfer Ortsgebiet.nach Neuengeseke. Die Pfarrkirche, ehem. St. Johannes d. Täufer, ist eine zweijochige romanische Halle, entstanden um 1220, mit Fünfeckchor und älterem Westturm des Vorgängerbaus aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts und mit spätgotischer Sakristei. Die Ausstattung entstammt dem 17.u. 18. Jahrhundert. Gelegenheit zum Mittagessen gibt es im Restaurant Wittborg, Welwer-Dinker. Das Essen kann aus einer  begrenzten Menüauswahl während der Busfahrt vorbestellt werden. Bei zügigem Fahrtverlauf besteht die Möglichkeit, die Ortskirche in unmittelbarer Nähe des Restaurants kurz aufzusuchen und den spätgotischen Chor mit prachtvoller barocker Altarwand zu besichtigen.

Teilnahmegebühr für Fahrt, Eintritt und Führungen: 29€ (Vereinsmitglieder), 33€ (Nicht-Vereinsmitglieder). Anmeldungen bis Donnerstag, 23. März 2017, 12 Uhr, schriftlich beim Verein, Pontanusstr. 55 (Stadtarchiv), 33095 Paderborn, gegen Abbuchung (nur Vereinsmitglieder) oder Überweisung.

 08.00 Uhr Abfahrt Paderborn, Liboriberg

08.05 Uhr Abfahrt Hauptbahnhof

17.30 Uhr Rückfahrt ab Parkplatz hinter dem „Wilden Mann“,

ca. 18.30 Uhr Rückkehr in Paderborn

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