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Chlodwig und die Entstehung des fränkischen Großreichs Drucken
Dienstag, 6. Dezember 2011, 20:00 - 22:00 Aufrufe : 1947

Wir laden Sie gemeinsam mit dem Historischen Institut der Universität Paderborn herzlich zu einem weiteren Vortrag ein:

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„Chlodwig und die Entstehung des fränkischen Großreichs“ heißt ein Vortrag des Historikers Prof. Matthias Becher (Universität Bonn). Der Vortrag, der gemeinsam mit dem historischen Institut der Universität Paderborn veranstaltet wird, findet am Dienstag, 6. Dezember 2011, um 20.00 Uhr in die Theologische Fakultät statt (Kamp 6, Hörsaal 2).
 
Am 27. November 2011 jährte sich der Todestag des Frankenkönigs Chlodwig I. zum 1500. Mal. Chlodwig (481/82-511) schuf mit seinen Eroberungen in Gallien ein Reich, das die dominierende Macht im westlichen Europa nach dem Untergang des weströmischen Reiches gewesen ist. Seine Entscheidung, zur katholischen Form des Christentums überzutreten, ist die wohl wichtigste Voraussetzung für die enge Verbindung von weltlicher und geistlicher Gewalt, die kennzeichnend für das Mittelalter werden sollte. Gleichwohl war er kein mittelalterlicher König, sondern seine Herrschaft ist nur auf dem Hintergrund spätantiker Entwicklungen zu verstehen.
 

Das Geschichtswerk Gregors von Tours (Libri historiarum decem) ist unsere wichtigste Quelle für die Geschichte des Frankenkönigs Chlodwig (481/82-511), der mit gutem Recht als Begründer des fränkischen Großreichs gelten kann. Die Berichte Gregors werden allerdings von der jüngeren Forschung zunehmend bezweifelt, so dass eine Überprüfung seiner Angaben angezeigt scheint. Der Vortrag setzte bei Gregors chronologischen Angaben an, die vor allem hinsichtlich der Datierung von Chlodwigs Taufe immer wieder radikal in Zweifel gezogen werden. Dagegen konnte gezeigt werden, dass Gregors Chronologie insgesamt zuverlässiger ist als vielfach angenommen wird und daher als Grundlage für eine Beschäftigung mit dem Frankenkönig dienen kann.

Von diesem Zwischenergebnis ausgehend galt es, die einzelnen Etappen von Chlodwigs Herrschaft näher zu betrachten, beginnend mit seiner Eroberung des sogenannten Syagrius-Reiches im nördlichen Gallien 486 bis hin zu seiner Einbindung in das Bündnissystem Theoderichs des Großen. Zentrale Bedeutung kommt dabei Chlodwigs Übertritt zum Christentum um 496 zu – ein Ereignis, dem Gregor von Tours größte Aufmerksamkeit schenkt. Zu konzedieren ist, dass der Geschichtsschreiber den Gegensatz zwischen Katholiken und Arianern unzulässig zuspitzt und Chlodwig zum Vorkämpfer für den katholischen Glauben stilisiert. Bei allen Vorbehalten gegen Gregors Darstellung scheint er aber doch den Kern von Chlodwigs Strategie zu treffen. Der König setzte sein katholisches Bekenntnis – unabhängig von der Frage seiner persönlichen Überzeugungen – für seine Politik ein, oder wenn man diesen Sachverhalt vorsichtiger formulieren will: Eine Instrumentalisierung der Religion ließ sich auf Dauer gar nicht vermeiden, da Chlodwigs Nachbarn, die Burgunder- und Westgotenkönige, sich zum Arianismus bekannten, während deren römische Untertanen Katholiken waren. In Chlodwigs Reich bestand dieser Gegensatz hingegen nicht. Dies sorgte gleichsam von selbst für Misstrauen zwischen den Burgunder- und Westgotenkönigen und den katholischen Bischöfen ihrer Reiche. Selbst wenn Gregor diesen Gegensatz übertreibt und nur eine Minderheit der Bischöfe die Herrschaft des Frankenkönigs herbeisehnte, brach dies doch die Geschlossenheit des Burgunder- und vor allem des Westgotenreiches auf. Die betroffenen Könige reagierten unterschiedlich: Der Burgunderkönig Gundobad konnte zwar im Jahr 500 einen Angriff Chlodwigs auf sein Reich abwehren, ließ dann aber seinen schon erwachsenen Sohn und Erben Sigismund zum katholischen Glauben übertreten und suchte damit den religiösen Gegensatz zu überwinden. Zudem näherte er sich dem Frankenkönig auch politisch an. Der Westgotenkönig Alarich II. wählte eine andere Strategie: Er kam den katholischen Bischöfen seines gallischen Reichsteils weit entgegen, als sie sich 506 zum ersten Mal in Agde zu einer Reichssynode versammeln durften. Dennoch hatte Alarich dem Angriff Chlodwigs im folgenden Jahr nicht viel entgegenzusetzen. Chlodwig suchte das Bündnis mit den Bischöfen und eroberte große Teile des südlichen Galliens, und nur ein Eingreifen Theoderichs des Großen verhinderte seinen völligen Triumph. Dank seiner in diesen Auseinandersetzungen gewonnenen Machtstellung konnte Chlodwig es dann auch wagen, die anderen Frankenkönige, insbesondere die in Köln residierenden rheinischen Frankenkönige, zu beseitigen und damit ein einheitliches Großreich zu schaffen.

Ort: Theologische Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2.

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