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Der Paderborner Zeichenlehrer Franz Joseph Brand (1790-1869) Drucken
Dienstag, 9. März 2010, 19:30 - 21:30 Aufrufe : 3120

Der Paderborner Zeichenlehrer Franz Joseph Brand (1790-1869).

Eine Skizze zu Leben und Werk

 

Künstler, Autodidakt und Historiker – am 12. März vor 220 Jahren wurde der Paderborner Zeichenlehrer Franz-Joseph Brand (1790-1869) in Paderborn geboren.  

Dr. Hermann-Josef Schmalor, Direktor des Altertumsvereins Paderborn, gibt in der Vortragsreihe des Altertumsvereins Paderborn am 9. März 2010 um 19.30 Uhr an der Theologischen Fakultät Paderborn (Kamp 6, Hörsaal 2) interessante Einblicke in das Leben und das Werk des Paderborner Künstlers und stellt seinen umfangreichen Nachlass vor. Franz Joseph Brand war das vierte Kind einer Paderborner Familie. Er besuchte das Gymnasium und studierte von 1807 bis 1809 Philosophie in der Paderstadt. Seit 1812 unterrichtete er an der Paderborner Trivialschule. Sein kärgliches Gehalt bestand aus dem Schulgeld der rund 60 Schüler, was damals kaum genug zum Überleben war.

 

1822 schrieb er deshalb an den preußischen König: „Ich ließ mich um so eher überreden, nach dem 1812 erfolgten Tode des in tiefster Armut auf dem Strohlager verstorbenen Lehrers die Schule zu übernehmen, da diesem kurz vor seinem Absterben vielseitige Versprechen einer Verbessrung seiner Lage gemacht waren und diese bei mir erneuert wurden.“ Erst 1826 erhielt der Lehrer aus der neu gegründeten Schulkasse jedoch eine feste Besoldung. Neben der Schulleitung verdiente er sich zusätzlich etwas Geld mit Zeichenunterricht am Gymnasium und an der neugegründeten Sonntagsschule für Handwerker. Seit 1828 engagierte sich Franz-Joseph Brand auch als Schriftführer und später als Bibliothekar für den gerade erst gegründeten Altertumsverein Paderborn. Auch das älteste Mitgliederverzeichnis des Altertumsvereins aus dem Jahre 1830 stammt aus seiner Hand.

 

Von 1835 bis 1846 arbeitete Brand als erster weltlicher Lehrer im bis dahin ausschließlich mit Klerikern besetzten Lehrkörper des Theodorianums. Als Ordinarius unterrichtete er dort Religion, Deutsch, Latein, Mathematik und Zeichnen. Vor allem mit letzterem Fach beschäftigte sich Brand auch in seiner Freizeit. Mit offenen Augen ging der talentierte Künstler viele Jahre durch seine Heimatstadt und bereiste das Hochstift Paderborn. Seine vielfältigen Eindrücke und Beobachtungen hat er in Zeichnungen, Aquarellen und Skizzen hinterlassen, die zum größten Teil heute noch im Archiv des Paderborner Altertumsvereins liegen – darunter auch Detailzeichnungen der Paderborner Stadtviertel und Straßenzüge aus dem Jahr 1831. Seine „Zeichnungen nach der Natur in Paderborn und den umliegenden Orten“ in zwei Bänden sind bis heute sein bekanntestes Werk. Als Mitglied des Diözesan-Kunstvereins interessierte er sich besonders für die mittelalterliche Architektur und Sakralkunst. 1827 erschien das Buch „Der Dom zu Paderborn in historischer und artistischer Hinsicht dargestellt“. Neben diesem Domführer brachte er 1846 auch den ersten Reiseführer für die Stadt Paderborn zu Papier: Er führte durch Kirchen und Kapellen, Klöster und Schulen, Buchhandlungen und Druckereien aber auch Gasthöfe und Vereine – und ist damit im Grunde nicht anders aufgebaut als moderne Stadtführer auch.

Ort: Theologische Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2.
Kontakt: Stadtarchiv Paderborn 05251/88-1595

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