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Ihr Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
Altar und Herrschaft

Was hat der Petersdom in Rom mit der Kreuzkapelle in Altenbeken gemeinsam? Wie im "großen" Rom, so war auch im Paderborner Land die Kirche ein Ort, an dem sich religiöse und politische Interessen vermischten. Die Historikerin Kristina Thies (Universität Münster) stellt in der Vortragsreihe des Altertumsvereins Paderborn am 9. Februar 2010 um 19.30 Uhr an der Theologischen Fakultät Paderborn (Kamp 6, Hörsaal 2) den Fürstenberger Barock im Paderborner Land vor.

Die Inszenierung bischöflicher Herrschaft

Barockes Portal der Annenkapelle zu Amerungen, Foto: , Kristina Thies

Schon vor der Reformation, gerade in der Krisenzeit der Kirche im Spätmittelalter, ließen die Päpste in Rom eine Kirche in noch nie da gewesener Pracht und Größe erbauen. Der Petersdom sollte ein Symbol für die wieder erstarkende Kirche sein. Doch auch die Michaelskapelle in Würgassen war als Zeichen kirchlicher Stärke gedacht. 1663 ließ der Fürstbischof von Paderborn, Ferdinand von Fürstenberg (1626-1681), die völlig verfallene Kapelle in Würgassen an der Weser neu errichten. Würgassen lag jenseits der Weser im Territorium der protestantischen Braunschweiger - es war eine so genannte Exklave. Die dortige Kirche war verfallen. Dies war ein Zustand, den der Fürstbischof angesichts der Nachbarschaft für unwürdig und beschämend hielt. Die Michaelskapelle in Würgassen sollte als Brückenkopf in einem protestantischen Gebiet dienen. Nicht von ungefähr wählte Fürstenberg den Heiligen Michael zum neuen Patron der Kapelle: Der Heilige Michael sollte an die geeinte Kirche des Mittelalters erinnern - eine Einheit, die aus katholischer Sicht durch die Abspaltung der Protestanten zerstört worden war.

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Historische Schätze für den Altertumsverein

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„Gleiche Sorgfalt widmen wir allen Denkmälern der Vorzeit, um die Überbleibsel alter Kunst und Tradition zu erforschen und zu erhalten – Altertümer aller Art werden wir sammeln...,“ schrieben die Gründungsväter des Altertumsvereins Paderborn Paul Wigand und August von Haxthausen schon im Jahr 1819. Die Sammlung und Erforschung von Archivalien, Büchern, Münzen sowie Kunst- und Alltagsgegenständen betreiben die Mitglieder des Altertumsvereins bis heute mit Leidenschaft.

 

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Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis

Geschichte aus dem Acker

Vereinsdirektor Hermann-Josef Schmalor, Laudatorin Prof. Barbara Scholkmann (Uni Tübingen) und Bürgermeister Franz Schrewe (von links) freuen sich mit Meyerpreisträgerin Sonja Herzig (3. von links).Brilon. Viele Jahrhunderte ist es her, dass  an der Burg Altenfels bei Rösenbeck auch eine Kirche stand. Die regionale Geschichtsforschung vermutete lange, dass es sich hier um einen Gründungsbau des Klosters Bredelar handelte. Diese These ist nun  durch archäologische Untersuchungen widerlegt. „Wir haben viele neue Ergebnisse, die die Zeit zwischen Gründung und Zerstörung der Kirchwüstung in Brilon-Rösenbeck beleuchten“, sagt Grabungsleiterin Sonja Herzig. Sie wurde für ihre wissenschaftliche  Grundlagenforschung jetzt mit dem  Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Altertumsvereins Paderborn ausgezeichnet. Im Briloner Rathaus fand am Sonntag mit Bürgermeister Franz Schrewe und weiteren Ehrengästen die Preisverleihung statt. „Wir freuen uns, dass wir erstmals auch eine hervorragende Magisterarbeit berücksichtigen können“, erklärt Vereinsdirektor Hermann-Josef Schmalor. Der Preis, der vom Altertumsverein bisher 19mal verliehen wurde, ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert. Die Volksbank Brilon unterstützte den wichtigen Förderpreis in diesem Jahr mit 500 Euro. Bisher wurden zwei Habilitationen und 16 Dissertationen mit dem Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis ausgezeichnet.

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Wir über uns
 
Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V., zumeist kurz Altertumsverein genannt, wurde 1824 als einer der frühesten historischen Vereine in Deutschland gegründet. Wir sind ein Verein nicht nur für Historikerinnen und Historiker, sondern für alle, die Freude an der Erforschung und Darstellung der westfälischen Geschichte haben.

Ca. 1.000 Mitglieder, vorwiegend aus den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold, verbunden durch das gemeinsame historische Interesse an Westfalen, gehören derzeit der Abteilung Paderborn an. Im Regierungsbezirk Münster sind die Freunde der westfälischen Geschichte in der Vereinsabteilung Münster, unserem 1825 gegründeten Schwesterverein, organisiert.

Herbstrundbrief 2009
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